Die Kulissenlandschaft
Das Muster der Wallhecken ist jahrhundertealt: Bauern legten sie als Grundstücksgrenze und als Holzquelle an. Übrig blieb eine Landschaft die sich in Schichten öffnet, mit immer einem neuen Durchblick hinter dem nächsten Waldrand. Für Radfahrer heißt das: eine Runde von dreißig Kilometern wird nie eintönig.
Kein Blick über Kilometer, sondern immer ein neuer Durchblick hinter der nächsten Wallhecke.
Zwischen den Äckern liegen alte Bauernhöfe, von denen ein Teil als Landgut erhalten ist. Burg Huis Bergh in 's-Heerenberg und Schloss Vorden kann man besichtigen, und rund um Vorden liegen acht Schlösser in der Umgebung, verbunden durch eine ausgeschilderte Radroute.
Radfahren und Wandern
Der Achterhoek ist Radland. Die Wege sind schmal und ruhig, das Knotenpunktnetz engmaschig. Von fast jedem Park aus lässt sich eine Runde von zwanzig bis vierzig Kilometern fahren ohne eine Hauptstraße zu kreuzen. Im Norden liegt der Nationalpark De Graafschap, im Süden die Montferland-Hügel bei Braamt.
Tipp
Die Grenze ist hier so unauffällig, dass man sie leicht übersieht. Winterswijk, Aalten und Dinxperlo liegen direkt daran, Bocholt und Borken auf der anderen Seite in Radentfernung. Nimm den Ausweis mit, auch wenn nicht kontrolliert wird.
Städte und Dörfer
Zutphen ist die älteste Stadt der Gegend, mit mittelalterlichem Kern und der Walburgiskirche, in der eine Librije von 1564 erhalten ist: eine der wenigen Kettenbibliotheken Europas, die noch am ursprünglichen Ort steht. Doesburg, Bronkhorst und Groenlo sind kleiner und in einem halben Tag zu schaffen.
Für wen passt der Achterhoek?
- Radfahrer: ruhige Wege, engmaschiges Netz, wenig Verkehr
- Wer Stille sucht: die ruhigste Gegend Gelderlands
- Liebhaber von Burgen und Landgütern
- Wer nah an der Grenze bleiben und trotzdem in den Niederlanden sein will
Weniger geeignet für wen große Attraktionen oder viel Ausstattung sucht. Die Parks sind klein und das Angebot an Ausflügen begrenzter als auf der Veluwe.
Wann du am besten fährst
Mai und Juni sind am schönsten: der Raps blüht, die Wallhecken stehen dicht und auf den Radwegen ist es noch ruhig. Der Spätsommer ist Erntezeit mit Regionalmärkten. Der Herbst färbt die Waldränder, und im Winter ist es still genug, um niemandem zu begegnen.